Lösungen und Informationen für Agenturen

Künstlersozialabgabe – spätestens ab 2015 im Fokus!

Prüfdienst der deutschen Rentenversicherung neu zuständig!

Ab dem 01.01.2015 tritt das Künstlersozialabgabenstabilisierungsgesetz (KSAStabG) in Kraft.

Ab dann ist zusätzlich auch der Prüfdienst der deutschen Rentenversicherung im Rahmen seiner regelmäßigen Außenprüfungen für die richtige Erhebung der Künstlersozialabgabe zuständig – und zwar rückwirkend auch für alte Jahre.

Unternehmen drohen bei Fehlbeurteilung/en erhebliche Nachzahlungen. Die Meldung der KSK zum Thema finden Sie hier.

Die Thematik ist hochkomplex und ohne umfangreiches Detailwissen kaum zu überblicken – sprechen Sie uns gerne an: wir helfen weiter!

Künstlersozialabgabe – Künstlersozialkasse

Das Gesetz zur Künstlersozialabgabe (KSVG) gibt es bereits seit 30 Jahren. Das Beitragsaufkommen steht der Künstlersozialkasse (kurz: KSK) zu. Die KSK ist die gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung selbständiger Künstler und Publizisten.

Beitragsbemessung?

Beiträge entstehen – vereinfacht – nicht nur durch die Beschäftigung von Künstlern, sondern auch durch die Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken. Die Grundlagen reichen damit erheblich weiter, als dies das Wort „Künstlersozialabgabe“ suggeriert. Viele Unternehmen wissen z.B. gar nicht, dass sie einen „Künstler“ beauftragt haben, wenn sie einen Auftrag an eine Werbeagentur erteilen.

Details finden Sie auf der Website der KSK, u.a. im Bereich „Informationsschriften zum Download“ mit den Broschüren „…Abgabepflicht von …“.

Beitragshöhe?

Der Beitragssatz liegt in 2014 und 2015 unverändert bei 5,2%.

Gestaltungsraum

Zunächst gilt es, von vornherein zu vermeiden, dass Missverständnisse mit dem Prüfdienst darüber entstehen, ob eine von Ihnen bezogene Leistung überhaupt KSK-pflichtig ist. Das lässt sich etwa dadurch erreichen, dass schon im Angebot oder im Vertrag mit dem Dienstleister textlich und inhaltlich klargestellt wird, was Gegenstand der Leistung ist. Beispielsweise wäre es sinnvoll, Kameraassistenten oder technische Assistenten (die keine künstlerische Tätigkeit erbringen) auch als solche zu bezeichnen, statt sich mit dem Schlagwort „Kameramann“ (häufig: künstlerisch/kreativ tätig und insoweit weisungsfrei) zufriedenzugeben.

In diesem Zusammenhang ist natürlich auch zu beachten, dass Weisungsgebundenheit zwar zur Künstlersozialabgaben-Freiheit führen kann, zugleich aber unter dem Aspekt einer möglichen Scheinselbständigkeit äußerst kritisch sein kann. Die Mehr-Beitragsbelastung betrüge dann ein Vielfaches.

Individuelle Beratung ist wichtig!

Es empfiehlt sich dringend

  • Beratung in Anspruch zu nehmen,
  • die Unterlagen und Aufzeichnungen nach § 28 KSVG zu führen und
  • auf die präzise Einordnung von Leistungen als beitragsfrei oder beitragspflichtig schon bei der Auftragserteilung zu achten.

Ansprechpartner/in

Wir sind auf die Beratung von Agenturen spezialisiert und helfen Ihnen mit fundiertem Fachwissen gerne weiter.

  • Petra Gavras, Bilanzbuchhalterin, Ausbilderin zum Veranstaltungskaufmann und Mitglied des Prüfungsausschusses der IHK Mainz

Minijob – Prüfungsrisiko Urlaubsanspruch

Geringfügig Beschäftigte sind zunächst einmal „ganz normale Arbeitnehmer/innen“ und haben dementsprechend auch Anspruch auf Urlaub. Viele Arbeitgeber übersehen das und müssen mit Nachzahlungen rechnen. Wir beraten Sie gerne!

Normales Arbeitsrecht

Das Arbeitsrecht definiert nicht gesondert „geringfügige Beschäftigungsverhältnisse“ und enthält auch keine Sonderregelungen für Minijobber oder kurzfristig beschäftigte Arbeitnehmer! Diese Berufsgruppen sind daher arbeitsrechtlich als Teilzeitbeschäftigte gemäß § 2 II TzBfG zu werten.

Einzelne Pflichten des Arbeitgebers

Damit treffen den Arbeitgeber besondere Pflichten:

  • spätestens 1 Monat nach vereinbartem Beginn der Beschäftigung sind die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen (§ 2 NachwG);
  • das Kündigungsschutzgesetz findet Anwendung, wenn im Unternehmen mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigt sind und der geringverdienende Arbeitnehmer länger als 6 Monate beschäftigt ist;
  • der Gleichbehandlungsgrundsatz ist einzuhalten § 4 TzBfG;
  • es gelten die Kündigungsfristen gemäß § 622 BGB bzw. die Schriftform ist einzuhalten § 623 BGB;
  • der geringverdienende Arbeitnehmer hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung an Feiertagen bzw. im Urlaubs- oder Krankheitsfall;
  • sowie die übrigen Pflichten eines normalen Arbeitgebers.

Zu Ungunsten des Arbeitnehmers kann von den gesetzlichen Vorschriften nicht abgewichen werden!

Nachzahlungsrisken

In der Vergangenheit haben die Außenprüfer der Rentenversicherung verschärft die Abrechnung von Krankheits-,Urlaubs- und Feiertagen bei Minijobbern überprüft.

Die Beitragspflicht zur Sozialversicherung ist in diesen Fällen nicht an das Zuflußprinzip (Erhalt der Vergütung) gekoppelt, sondern an deren Entstehung. Daher kann der Fehler auch nicht „nachträglich geheilt“ werden.

Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter nicht im Rahmen des Entgeltfortzahlungsgesetzes abrechnen, müssen daher im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Außenprüfungen mit erheblichen Nachzahlungen rechnen.

Auch die zukünftige Entwicklung wird voraussichtlich  keine Entlastung für die Arbeitgeber bringen, im Gegenteil: ab Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes voraussichtlich zum 01.01.2015 sind auch diese Grenzen für „Minijobber“ zu beachten.

Unsere Empfehlung

Bitte beachten Sie daher:

  1.  Arbeitsvertrag: Legen Sie mindestens die wesentlichen Vertragsgrundlagen in einem Arbeitsvertrag nieder (Zusammensetzung und Höhe des Entgeltes, vereinbarte Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch, Kündigungsfristen). Auch dieser Vertrag ist beiderseitig zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen.
    Bei der Festsetzung des Entgeltes berücksichtigten Sie idealerweise bereits mögliche „Mindestlohnvorschriften“.
  2. Entgeltfortzahlung: Fällt der übliche Arbeitstag des Arbeitnehmers auf einen Feiertag, so ist dieser als „Feiertagslohn“ bzw. „Feiertagsgehalt“ zu vergüten. Auch im Krankheitsfall hat der Arbeitnehmer ein Anspruch auf Lohnfortzahlung. Das Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgeltes an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz) gilt auch für Minijobber! Der Arbeitnehmer ist an diesen Tagen zu vergüten, als hätte er gearbeitet.
  3. Urlaubsanspruch: Dem Arbeitnehmer steht mindestens der gesetzliche Urlaubsanspruch von 24 Werktagen (ausgehend von einer 6-Tage-Woche) bzw. 20 Werktagen (ausgehend von einer 5-Tage-Woche) zu. Ausgehend von den regelmäßigen Arbeitstagen je Woche (die Arbeitszeiten sind hierbei unerheblich) berechnet sich der Urlaubsanspruch anteilig. Beispielsweise bei 2 Arbeitstagen je Woche: gesetzlicher Urlaubsanspruch 24 Werktage : 6 Werktage x 2 Arbeitstage = 8 Tage / Jahr Urlaubsanspruch. Der Urlaub gilt sodann für den jeweiligen üblichen Arbeitstag.

 Ansprechpartner

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